BOBCATSSS ist vorbei. Da mein Flug erst am Abend ging, entschied ich mich dazu, mir noch ein wenig von Mailand anzusehen. Meine Dozentin hatte den gleichen Plan und so beschlossen wir kurzerhand mit dem gleichen Zug zu fahren und dann zusammen durch Mailand zu schlendern.
Die Zugfahrt war ganz super. Wir konnten nicht zusammen sitzen, was aber gar nicht schlimm war, da wir beide die meiste Zeit geschlafen haben. Auf dem Mailänder Hauptbahnhof begann erst einmal die Suche nach der Gepäckaufbewahrung. Gar nicht so einfach! Mal gibt es ein Hinweisschild mit Pfeil, dann ist es wieder weg. Und kaum ein Mensch, der englisch spricht. Zum Glück fand meine Dozentin eine Reinigungskraft, die russisch gesprochen hat, so dass sich die Frauen verständigen konnten. Schon witzig, da fährt man in ein fremdes Land, von dem man die Sprache nicht kennt, denkt man kommt mir englisch weiter und braucht jemanden, der russisch kann.
Koffer wurden abgegeben und dann ging es auf in die große Stadt. Dummerweise hatten wir keinen wirklich Stadtplan, nur die Abbildung im Lonely Planet. Und die Straßennamen sind leider nur im Stadtzentrum zu 100% bezeichnet. Also fragten wir eine nette Italienerin, die sogar wider Erwarten englisch konnte. Die wollte uns doch tatsächlich ausreden zum Dom zu laufen, weil es doch so weit ist. Haha, aber wir doch nicht. Dann hätten wir doch nichts von der Stadt gesehen! Gut, wir sind bestimmt ne Stunde gelaufen, aber dafür sind wir am Naturkundemuseum vorbei gekommen, an fliegenden Händlern und haben viel vom “normalen” Mailänder Leben mitbekommen.
Als wir in der Nähe des Doms waren, haben wir uns erst einmal etwas zum Essen gesucht. Es gab große runde Toasts, die mit verschiedenen Dingen belegt war. Quasi wie ne Pizza, nur statt Teig Toast. War super lecker. Und das beste: wir saßen draußen. Es waren zwar nur einige Grad über Null, aber dank Heizpilzen ging auch das.
Danach haben wir uns den beeindruckenden Dom angsehen. Vor dem Gebäude muss man aufpassen, dass man nicht ständig von Leuten belästigt wird, die irgendwelche Armbänder verschenken (!) wollen. Also haben wir nur schnell ein paar Fotos geschossen und sind dann in die Kirche reingegangen. Es ist wirklich wahnsinnig beeindruckend! Die vielen Glasfenster und überhaupt. Laut meinem Lonely Planet soll über dem Altar der Nagel sein, mit dem die rechte Hand Jesus am Kreuz festgenagelt wurde. Wir haben ein wenig gesucht – nur aus der Ferne, weil man nicht direkt zum Altar treten darf, aber nichts gesehen. Aber es ist ja auch nur eine Legende. Beim Herausgehen habe ich noch zwei Kerzen angezündet – eine für meinen Großvater und einen für Sebastians Vater. Ich bin zwar nicht gläubig, aber das mache ich in jeder Kirche.
Beim Herausgehen aus der Kirche konnten wir noch einige Männer beobachten, die die Kirchenbänke zurechtgerückt haben. Die hatten ein cooles Brett mit je einem Klotz am Ende. Das haben die zwischen zwei Bänke gelegt, so dass alle Abstände genau gleich waren. So ein Teil benutzen vermutlich alle Kirchen, in denen die Bänke nicht am Boden befestigt sind, aber ich persönlich hab ich noch nie gesehen. War sehr interessant.
Nachdem wir aus dem Dom herausgegangen sind, haben wir uns noch kurz die Galerie Vittorio Emmanuele II - die älteste Shopping Arkade Europas – angesehen. Hier finden sich Läden, wie zum Beispiel Prada oder Louis Vuitton, aber auch ein McDonald’s. Die Galerie ist wie ein Kreuz angelegt und muss von oben wirklich cool aussehen. Wenn man direkt in der Mitte steht und sich ein klein wenig nach links bewegt, kann man im Boden ein Mosaik eines Bullen sehen. An der Stelle, an der seine Hoden sein müssten, befindet sich ein Loch im Boden. Es soll Unglück abwenden, wenn man seinen Hacken dort rein stellt und sich einmal im Kreis dreht. Hab ich natürlich glatt gemacht
Danach waren unsere Stunden in Mailand schon vorbei. Wir sind dann mit der Metro (gelbe Linie) zurück zum Bahnhof gefahren, wo ich meine Dozentin in den Bus gesetzt habe,da ihr Flieger von einem anderen Flughafen und auch zwei Stunden früher ging. Ich habe mir dann noch ein wenig den Hauptbahnhof angesehen. Ich war im Supermarkt, um noch leckere Nudeln für meine Familie zu kaufen und bin dann auch schon zum Flughafen. Dort habe ich die Wartezeit benutzt, um die ersten zwei Folgen von “Suburban Shootout – Die Waffen der Frauen” zu gucken und einige Blogartikel zu schreiben.
Um halb neun durften wir in den Flieger und nach zwei Stunden, war ich wieder in Berlin, wo mich zuhause lecker Abendessen erwartete. Und schon war BOBCATSSS für dieses Jahr wieder vorbei. Vielleicht sehe ich ja alle wieder – nächstes Jahr in Ungarn.
